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Orderbuch · Anleitung

Orderbook lesen lernen — die fuenf Beobachtungen, die wirklich zaehlen

Das Orderbook (auch Depth of Market, kurz DOM) zeigt dir auf einen Blick, wo Kaeufer und Verkaeufer aktuell ihre Limit-Orders parken. Es ist kein Wahrsagewerkzeug. Aber wer fuenf wiederkehrende Muster lesen kann, sieht den Markt deutlich strukturierter.

1. Wo liegen die groessten Limit-Stacks?

Im DOM sind die Volumen pro Preisstufe als Balken oder Zahlen sichtbar. Suche zuerst die auffaellig groessten Cluster auf der Bid- und Ask-Seite. Sie markieren mutmassliche Verteidigungs-Zonen. Wichtig: Stacks koennen Spoofing sein. Erst wenn ein grosser Stack angehandelt wird und stehen bleibt, ist er ein echtes Hemmnis.

2. Wie veraendert sich die Liquiditaet bei Annaeherung?

Beobachte das gleiche Cluster, waehrend der Preis darauf zulaeuft. Drei Reaktionen sind moeglich:

  • Wachsen: Verteidiger laden nach. Bullish/bearish je nach Seite.
  • Schrumpfen oder Pull: Stacks verschwinden Sekunden vor Beruehrung. Hinweis auf Spoofing — der Markt durchbricht die Zone meist.
  • Stillstehen: Der Cluster wird angehandelt und absorbiert. Der Preis prallt oder dreht.

3. Bid-Ask-Imbalance auf engem Raum

Vergleiche die Top-3-Levels: Wenn auf der Bid-Seite zum Beispiel 1200 Kontrakte stehen und auf der Ask-Seite nur 220, ist die kurzfristige Wahrscheinlichkeit fuer einen Preisanstieg erhoeht — solange das Verhaeltnis bestehen bleibt. Imbalance ist eine Momentaufnahme, kein Setup.

4. Pull-and-Print-Sequenzen

Klassisches Spiel grosser Adressen: Sie zeigen einen grossen Bid, der Markt versucht ihn anzuhandeln, im Moment der Beruehrung wird der Bid weggezogen (Pull), gleichzeitig kommt eine grosse Marktorder auf der Gegenseite (Print). Wer das Pull live sieht, hat einen kleinen Vorsprung gegenueber dem Chart-Trader.

5. Iceberg-Verhalten

Manche Marktteilnehmer zeigen nur einen Bruchteil ihrer Order. Im DOM sieht es so aus, als wuerde ein kleines Limit immer wieder nachwachsen. Wenn 20 Kontrakte angehandelt werden und 20 sofort nachkommen, hast du eine Iceberg vor dir. Das ist eine starke Verteidigungs-Zone und einer der robustesten Hinweise im DOM.

Was das Orderbook nicht kann

Das DOM zeigt dir nicht, was Stop-Orders im Markt parken — die werden erst sichtbar, wenn sie ausgeloest werden. Ebenfalls unsichtbar: alle Hidden- und Iceberg-Reste. Daraus folgt: Das Orderbook ist immer nur ein Teilbild. Kombiniere es mit Tape (Time & Sales) und einer Volumen-/Footprint-Ansicht, dann ergibt sich ein dreidimensionales Bild.

Praktische Schritte fuer den Anfang

  1. Schalte den DOM in deiner Plattform mit fester Achse ein, sodass Levels nicht mitwandern.
  2. Notiere ueber eine Sitzung: Wo waren die groessten Stacks, und was ist mit ihnen passiert?
  3. Erst wenn du ein Bauchgefuehl fuer "echt vs. gespooft" hast, machst du Setups daraus.

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