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Spread · Grundlagen

Bid-Ask-Spread bei Futures verstehen

Der Bid-Ask-Spread ist die Distanz zwischen dem hoechsten Kauf-Limit und dem niedrigsten Verkauf-Limit. Bei Futures ist er meist nur ein einziger Tick — und das ist mehr Information als es klingt.

Definition

Bid ist der hoechste Preis, den ein Kaeufer aktuell zu zahlen bereit ist. Ask (oder Offer) ist der niedrigste Preis, zu dem ein Verkaeufer aktuell zu verkaufen bereit ist. Die Differenz ist der Spread.

Beispiel ES-Future: Bid 5240.25, Ask 5240.50 → Spread 0.25 = 1 Tick = 12.50 USD pro Kontrakt.

Warum bei Futures der Spread so eng ist

Liquide Futures wie ES, NQ, CL, GC haben fast immer einen 1-Tick-Spread, weil professionelle Market-Maker Bid und Ask permanent quoten. Ihr Geschaeft ist genau dieser Spread. Bei Aktien sind Spreads variabler — bei Futures eher Stabilitaets-Indikator.

Was ein verbreiterter Spread bedeutet

Wenn der Spread auf 2-3 Ticks oder mehr aufgeht, ist das ein klares Warnsignal:

  • News-Release in den naechsten Sekunden — Market-Maker ziehen Quotes vorsorglich zurueck.
  • Volatilitaets-Spike — die Versicherung der Market-Maker steigt; sie quoten weiter weg.
  • Liquiditaets-Loch in einem illiquiden Markt zu Tagesrandzeiten.

Slippage und Effective Spread

Der quote-Spread ist nicht der gleiche wie der tatsaechlich realisierte Spread. Wenn du eine grosse Marktorder schickst und ueber mehrere Preisstufen ausgefuehrt wirst, betraegt deine effektive Slippage mehr als ein Tick. Daher: Bei Markt-Orders auf groesseren Groessen ist die Liquiditaet im DOM mindestens so wichtig wie der quote-Spread.

Spread als Markt-Geschwindigkeits-Indikator

Erfahrene Tape-Reader nutzen den Spread als Pulsmesser des Marktes. In ruhigen Phasen bleibt er stabil. Sekunden vor einem Sweep oder vor einer Imbalance-Phase weitet er sich kurz auf 2 Ticks und schliesst sich wieder. Das Aufweiten ist ein Mikro-Signal — die Market-Maker sehen Ungleichgewicht und passen Risiko an.

Praktische Konsequenzen

  1. Bei sehr engen, liquiden Markets sind Limit-Orders im Spread oft besser als Markt-Orders. Du sparst genau einen Tick — bei vielen Trades pro Tag macht das einen messbaren Unterschied.
  2. Bei verbreitertem Spread: warten. Wer in News-Sekunden mit Markt-Order rein geht, zahlt drauf.
  3. Bei illiquiden Markts (z.B. Nebenmonate, exotische Future-Kontrakte) den Spread im Risiko-Sizing einrechnen.

Spread und Kosten — die Mathematik

Wer 10 Round-Turns am Tag im ES macht und durch Limit-Order konsequent 1 Tick spart, spart 10 × 12.50 USD = 125 USD pro Tag, ueber 250 Handelstage 31.250 USD pro Jahr — pro Kontrakt. Das ist mehr als die Steuern auf einen Mid-Cap-Trader-Gewinn. Spread-Disziplin ist nicht trivial.

Mehr ueber Mikrostruktur

Spread, Slippage, Tick-Size, Cost-of-Liquidity — die Ausbildung erklaert die Mikro-Mechanik der Futures-Maerkte vom Boden auf.

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