Wer den S&P 500 Future oder den Nasdaq Future wirklich verstehen will, darf den Optionsmarkt nicht ignorieren. Ein erheblicher Teil der Preisreaktionen im ES und NQ entsteht nicht aus Meinung — sondern aus Hedging-Zwang.
"Der Markt bewegt sich nicht, weil Trader irgendwo eine Linie sehen. Er bewegt sich, weil Dealer an bestimmten Strikes ihr Risiko absichern müssen. Das ist kein Mysterium. Das ist Mechanik."
SpotGamma versucht, die Bereiche sichtbar zu machen, an denen sich im Optionsmarkt besonders viel gamma-bedingtes Risiko konzentriert. Diese Bereiche sind deshalb so wertvoll, weil dort Dealer und Market Maker ihre Risiken aktiv über Futures, ETFs oder korrelierte Instrumente absichern müssen.
Das ist der wichtigste Unterschied für dein tägliches Trading:
Dealer handeln gegen die Bewegung. Der Markt tendiert zu Rotation und Range. Gute Bedingungen für Reaktions-Trades an klaren Levels.
Dealer handeln mit der Bewegung. Breaks bekommen mehr Follow-through. Volatilität nimmt zu. Reversals werden schwerer.
Der Strike mit dem größten Netto-Call-Gamma. Fungiert häufig als obere Begrenzung des wahrscheinlichen Tagesbereichs. SpotGamma führt für SPX an, dass die Call Wall in 83% der Sessions gehalten hat und der Schlusskurs in 88% der Sessions darunter lag.
Das spiegelbildliche Gegenstück. Der Strike mit dem größten Netto-Put-Gamma. Kann wie ein Unterstützungsbereich wirken, weil Dealer-Hedging auf dem Weg nach unten Kaufdruck erzeugen kann. SpotGamma gibt an, dass die Put Wall in 89% der Sessions gehalten hat.
Das vielleicht wichtigste übergeordnete Niveau überhaupt. Es markiert die Zone, an der sich das Dealer-Verhalten strukturell verändern kann. Oberhalb: gedämpfte Volatilität, stabilisierendes Hedging. Darunter: prozyklisches Hedging, stärkere Bewegungen, mehr Follow-through bei Breaks.
Die Zone, unterhalb derer mit deutlich expansiverer Volatilität gerechnet wird. Kein normaler Support — eine Regime-Grenze. Bricht der Markt darunter sauber und bleibt darunter, kann aus einem normalen Down-Move sehr schnell ein echter Volatilitäts-Event werden.
Der Strike mit der größten kombinierten Gamma-Magnitude. Taktisch sehr relevant, besonders wenn er nah am aktuellen Preis liegt. Kann intraday wie ein Magnet wirken oder starker Reaktionspunkt sein.
Vor dem Handelsstart markierst du alle wichtigen Levels und ordnest sie dem aktuellen Preis zu. Dann kombinierst du sie mit deinem normalen Framework: Vortageslevels, VWAP, Value Area, POC und Makro-Termine.
Dann definierst du nicht einen Trade, sondern Szenarien:
"SpotGamma gibt dir die Orte. Dein Orderflow zeigt dir die Richtung."
Im Live-Markt handelst du nie das Level allein. Du handelst die Reaktion am Level: Reagiert Preis sofort? Wird aggressiver Flow absorbiert? Kommt ein Reclaim? Entsteht Tempo beim Break?
SpotGamma-Levels können wandern. Sie verschieben sich intraday oder über Nacht, wenn sich Positionierung verändert, Verfall näher rückt oder neue Flows in den Optionsmarkt kommen. Deshalb ist die tägliche Aufbereitung so wichtig — gestern aktuelle Levels sind heute möglicherweise nicht mehr relevant.
Jeden Handelstag um 6:30 Uhr — Call Wall, Put Wall, Zero Gamma, Vol Trigger, eingeordnet und mit Kontext, direkt in Telegram.
▶ Jetzt abonnieren — 49€/Monat